Kurz gesagt: Du meldest eine Google-Bewertung direkt in Google Maps oder in deinem Google-Unternehmensprofil über die Funktion „Rezension melden“ bzw. „Als unangemessen melden“. Entscheidend ist, dass du den passenden Verstoßgrund auswählst – etwa Spam, Interessenkonflikt, themenfremder oder beleidigender Inhalt. Google prüft die Meldung und entscheidet selbst; das kann einige Tage bis mehrere Wochen dauern.
Wann sich eine Meldung lohnt – und wann nicht
Die Meldefunktion ist kein Werkzeug gegen unbequeme Meinungen. Google entfernt Bewertungen, die gegen die Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte verstoßen. Ob eine Bewertung negativ, unfair oder überspitzt ist, spielt dafür grundsätzlich keine Rolle. Bevor du meldest, lohnt sich deshalb ein ehrlicher Blick auf die Bewertung.
Gute Chancen haben Meldungen typischerweise bei:
- Spam und Fake-Bewertungen: Die Person hatte erkennbar keinen Kontakt zu deinem Unternehmen, es gibt Häufungen gleichartiger Bewertungen oder Bewertungen wurden offensichtlich gekauft.
- Interessenkonflikten: Bewertungen von Mitbewerbern, von aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden über den eigenen Arbeitgeber.
- Themenfremden Inhalten: Die Bewertung bezieht sich nicht auf eine Erfahrung mit deinem Unternehmen, sondern zum Beispiel auf Politik, Nachrichten oder ein anderes Unternehmen.
- Beleidigenden, belästigenden oder hasserfüllten Inhalten: Beschimpfungen, Drohungen, diskriminierende Aussagen.
- Personenbezogenen Daten: Die Bewertung nennt zum Beispiel vollständige Namen oder private Kontaktdaten von Mitarbeitenden.
Wenig Aussicht hat eine Meldung, wenn jemand eine echte negative Erfahrung schildert – auch wenn du die Sache anders siehst. Hier ist eine sachliche öffentliche Antwort meist der bessere Weg. Wie die aussieht, zeigen wir im Ratgeber Negative Google-Bewertung erhalten – was tun?
Schritt für Schritt: So meldest du eine Bewertung
Google passt die Oberfläche von Maps und Unternehmensprofil regelmäßig an. Die Bezeichnungen der Menüpunkte können sich deshalb leicht unterscheiden – der Ablauf ist aber im Kern immer gleich.
- Bewertung finden: Öffne dein Unternehmen in Google Maps oder melde dich in deinem Google-Unternehmensprofil an und rufe die Rezensionen auf.
- Menü öffnen: Neben der betreffenden Bewertung findest du ein Drei-Punkte-Menü oder ein Fahnen-Symbol.
- „Rezension melden“ wählen: Je nach Ansicht heißt die Option „Rezension melden“, „Als unangemessen melden“ oder ähnlich.
- Grund auswählen: Wähle den Verstoßgrund, der am besten passt – etwa „Spam“, „Interessenkonflikt“, „Themenfremd“ oder „Beleidigend“. Ein falsch gewählter Grund ist einer der häufigsten Gründe, warum Meldungen ins Leere laufen.
- Meldung absenden und dokumentieren: Mach dir einen Screenshot der Bewertung mit Datum und notiere, wann du gemeldet hast. Das hilft dir, falls du später nachfassen musst.
Als Inhaber:in eines verifizierten Unternehmensprofils hast du zusätzlich Zugriff auf Googles Tool zur Verwaltung von Rezensionen. Dort kannst du den Status deiner Meldungen einsehen und – wenn eine Meldung abgelehnt wurde – unter Umständen eine erneute Prüfung beantragen. Die aktuelle Beschreibung findest du in der Hilfe zum Google-Unternehmensprofil.
Bewertung ohne Text melden
Viele Unternehmen ärgern sich besonders über Ein-Stern-Bewertungen ohne jeden Kommentar. Grundsätzlich gelten für sie dieselben Regeln wie für Bewertungen mit Text: Auch eine reine Sternebewertung kann gemeldet werden, wenn sie gegen die Richtlinien verstößt – etwa weil sie von einem Konkurrenten stammt oder Teil einer Spam-Welle ist.
Die Schwierigkeit: Ohne Text fehlt der Inhalt, an dem sich ein Verstoß zeigen lässt. Ob eine Meldung Aussicht hat, hängt dann stark von den Umständen ab. Hinweise können sein:
- mehrere Bewertungen ohne Text in kurzer Zeit, oft von neuen oder sehr inaktiven Profilen,
- Profile, die auffällig viele andere Unternehmen derselben Branche negativ bewerten,
- ein zeitlicher Zusammenhang mit einem Konflikt, etwa nach einer Kündigung oder einem Streit mit einem Mitbewerber.
Mehr zu typischen Mustern liest du in unserem Ratgeber Fake-Google-Bewertungen erkennen.
Bewertung wegen Beleidigung melden
Beleidigende, belästigende oder hasserfüllte Inhalte verstoßen klar gegen Googles Richtlinien. Wähle bei der Meldung den entsprechenden Grund und achte darauf, dass die Beleidigung in der Bewertung selbst steht – nicht nur zwischen den Zeilen. Harte, aber sachbezogene Kritik („Der Service war eine Katastrophe“) gilt in der Regel nicht als Beleidigung.
Wenn eine Bewertung nicht nur unhöflich ist, sondern zum Beispiel unwahre Tatsachen über dich oder deine Mitarbeitenden behauptet, kann zusätzlich ein rechtlicher Anspruch bestehen. Ob das so ist, lässt sich nur im Einzelfall beurteilen – und diese Beurteilung ist Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten vorbehalten. Als Marketing-Agentur dürfen wir keine Rechtsberatung leisten (siehe Rechtsdienstleistungsgesetz).
Wie lange dauert es, bis Google reagiert?
Eine feste Frist gibt es nicht. Erfahrungsgemäß reicht die Spanne von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Wie schnell es geht, hängt unter anderem davon ab, wie eindeutig der Verstoß ist und wie viele Meldungen Google gerade bearbeitet. Wichtig: Mehrfaches Melden derselben Bewertung in kurzer Zeit beschleunigt die Prüfung nicht.
Behalte die Bewertung im Blick. Verschwindet sie, wurde sie entfernt. Bleibt sie stehen, kannst du im Tool zur Verwaltung von Rezensionen nachsehen, ob deine Meldung bereits bearbeitet wurde.
Was tun, wenn Google die Meldung ablehnt?
Eine Ablehnung ist nicht zwingend das letzte Wort. Diese Schritte haben sich bewährt:
- Grund prüfen: Passt der gewählte Verstoßgrund wirklich? Eine Bewertung von einer Ex-Mitarbeiterin ist zum Beispiel eher ein Interessenkonflikt als „Spam“.
- Einspruch nutzen: Für Inhaber:innen verifizierter Profile bietet Google über das Tool zur Verwaltung von Rezensionen die Möglichkeit, eine erneute Prüfung anzufordern.
- Öffentlich antworten: Unabhängig vom Ausgang der Meldung solltest du sachlich antworten. Deine Antwort lesen alle, die dein Profil besuchen.
- Rechtliche Prüfung erwägen: Wenn du glaubst, dass die Bewertung unwahre Tatsachen enthält oder deine Rechte verletzt, lass das von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Häufige Fehler beim Melden
- Jede negative Bewertung melden: Das kostet Zeit und führt fast immer zu Ablehnungen.
- Den falschen Grund wählen: Der Grund sollte genau zum Verstoß passen.
- Freunde bitten, ebenfalls zu melden: Viele Meldungen ersetzen keinen klaren Verstoß.
- Im Affekt antworten: Eine wütende Antwort bleibt öffentlich sichtbar – oft länger als die Bewertung selbst.
- Keine Dokumentation: Ohne Screenshots und Daten fehlt dir später die Grundlage für Einspruch oder rechtliche Schritte.
Selbst melden oder Unterstützung holen?
Einzelne, eindeutige Fälle kannst du gut selbst melden. Unterstützung lohnt sich, wenn mehrere Bewertungen betroffen sind, Meldungen bereits abgelehnt wurden oder du schlicht keine Zeit hast, dranzubleiben. Wir prüfen Bewertungen kostenlos gegen Googles Richtlinien, formulieren die Meldungen und fassen nach. Mehr dazu auf unserer Seite Google Bewertung löschen lassen. Wenn du langfristig an deinem Gesamtbild arbeiten willst, schau dir unser Online-Reputationsmanagement an.
Quellen & weiterführende Links
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine rechtliche Bewertung wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.